Johannes Gutmann,
„Sonnentor“ Chef

Ich fand diese meine Lederhose im Jahr 1982 in meinem elterlichen Bauernhof in Brand bei Waldhausen im schönen Waldviertel in einem alten Bauernschrank. Mein Vater hatte keine weitere Verwendung dafür und daher  schenkte er mir dieses „alte Drum“!

Ich putzte diese schmucklose Dreiviertler mit einfachen Hosenträgern (sieht etwas wie eine Reithose aus, mein Vater verwendete sie zum Motorradfahren und bei Feldarbeiten). Ich erfuhr von meinem Vater, daß diese Hose in Wien Anfang der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts aus Kalbsleder genäht wurde, deshalb war die Hose auch so weich. Durch Schmuggler kam diese Hose ins Waldviertel und wurde gegen Schmalz oder andere Lebensmittel nach dem zweiten Weltkrieg getauscht – gehamstert. Ein Relikt des Tauschhandels. Die erste Ausfahrt machte diese Hose mit mir zum Schulschikurs nach Saalbach-Hinterglemm. Ich war begeistert, die Hose war warm weil gefüttert, absolut Wasser abweisend und ein echter Blickfang. Nach meiner ersten Abfahrt bekam ich bereits ein Kaufangebot eines deutschen Touristen. Ich dankte für das Angebot und lehnte freundlich ab. Ich hatte keine Reserveschikleidung dabei – Gott sei DANK!

Nun begleitete mich diese Hose auf jeder Schitour und als ich mich ab 1.8.1988 selbständig gemacht habe, als mein Markenzeichen bei meinen Vermarktungsaktivitäten auf Bauernmärkten und Messen. Diese Hose verlieh mit die notwendigen Wurzel, wo komme ich her! Viele wussten nicht wie ich heiße, sie wussten allerdings, der mit der alten Lederhose hat die besten Kräuter und Gewürze und am Telefon wurde ich oft gefragt, „sind Sie der Herr mit der alten Lederhose“? Da wusste ich, diese Hose wurde zuerst gesehen, gemerkt und damit zur MARKE!

Noch heute trage ich sie mindestens einmal pro Woche auf den verschiedensten Bühnen Europas, auch in Japan oder in den USA wurde diese Hose schon bestaunt und nachgefragt.

Weil es allerdings nur eine solche Geschichte mit dieser Hose gibt bin ich sehr dankbar, dass Herbert Bachler mir die Idee der „lederlosen Lederhose“ erzählte. Gerne habe ich ihm den Schnitt überlassen und wünsche ihm für die Zukunft ganz viele glückliche lederlose LederhosenträgerInnen die sich Gedanken über Nachhaltigkeit, Handwerk, Regionalität und vor allem um wahre WERTE machen!

 

Extra viel SONNENSCHEIN obendrein von

Johannes Gutmann